Benninghofen


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Familientreffen

Ahnenforschung

Brief zum Sippentreffen in Ronsdorf zu Wuppertal im Jahre 1929

Vortrag des Herrn Hermann Benninghoven, Weiden, Bezirk Köln, gehalten auf dem ersten Familientag der Benninghovens am 28. Sept. 1929:

Motto: Schön ist is dem Spuren seines Geschlechts nachzugehen, denn der Stammbaum ist für das einzelne Geschlecht das, was die Geschichte des Vaterlandes für sein Volk ist.

Meine lieben Verwandten!

Am Dienstag, den 23. Juli 1929 stand in der Ronsdorfer Zeitung folgende kleine Annonce, betitelt:

"Einladung"

Am Samstag, den 27. Juli ds. Jr., nachmittags 4 Uhr, findet im Lokal der Geschwister Benninghoven in Ronsdorf, am Markt, eine Zusammenkunft derjenigen Personen statt, die den Namen Benninghoven führen, oder die mit dieser Familie verwandt sind. Es soll unter anderem über einen im Herbst einzuberufenden Familientag beraten werden. Zu dieser Tagung sind alle diejenigen, die es angeht, freundlichst eingeladen. Familie Benninghoven.

Dieser freundlichen Einladung sind damals ungefähr 55 Personen nachgekommen, und habe ich auch auf dieser Versammlung das Resultat meiner Familienforschung, womit ich mich seit ca. 40 Jahren beschäftige, vorgelegt. Unter anderem das große Buch "Die westfälischen Siegel des Mittelalters", IV. Heft, 123 Tafeln, in Lichtdruck enthalten" die Siegel von Adeligen, Bürgern und Bauern" bearbeitet von Dr. J. Th. Ilgen, Archivrat. In diesem Buche fand ich im Jahr 1905 das alte Siegel und Wappen unseres Geschlechts aus dem Jahre 1392, siehe Tafel 189 Nr. 15, und zwar das Siegel des Johannis Benningchof (Clarenberg 236) Adlerflügel, Saxen abwärts, im linken Obereck Rose, Dortmund, Urkundenbuch I & II von Steinen, westfälische Geschichte IV,/406. Dieses Buch liegt auch heute jedermann zur Einsicht offen. Ferner fand ich im Urkundenbuch des Clarisses Klosters, späteren Damenstiftes, Clarenberg bei Hörde, bearbeitet von O. Marx, die erste Erwähnung des Namens Benninghofen im Jahre 1286/28. Januar. Dieses Buch mit vielen anderen Daten, Urkunden über Benninghofen liegt ebenfalls zur Einsicht offen. Die Siegel haben dem Herausgeber Max von Speissen, sowie dem Wappenzeichner Prof. Adolf W. Hildebrandt als Quellen zu ihrem Buch "Wappenbuch des westfälischen Adels" gedient. Dieses Buch bezeichnet unser Geschlecht als von adeliger Herkunft. Im Register des 2. Bandes steht Benninghofen. Der Stammsitz liegt unweit Hörde. Quellen: Archiv des Stiftes Clarenberg. Letztes Vorkommen 1393.

Ich vermute, daß das Archiv des Stiftes Clarenberg in Münster liegt. Dort wäre auch evtl. ein Gipsabguss unseres alten Siegels zu erhalten. Joh. Dietrich von Steinen schreibt in seiner westfälischen Geschichte (im Jahre 1760 erschienen) im IV. Teil, Seite 23 & 28, von denen zum Kirchspiel gehörigen Rittersitzen und adeligen Häusern:

1.) Benninckhoven

Ein wohlgelegener Rittersitz, eine halbe Stunde vom Kirchdorf ist das Stammhaus von der Familie gleichen Namens. Hernach ist dieses Gut an die v. Holtey und von diesen durch Heyrath and die v. Vitinghoff gen. Schele und eben also mit Agnes Catrina Lucretia Friedr. Schelen Tochter an Reinhard Lutter von Altenbockum gefallen. Weil nun diesr ohne Kinder sturbe, hat die hinterbliebene Gemahlin das Haus Benninckhoven an Joh. Chr. Herm. V. Neuhoff, gen. Ley, aus dem Hause Badinchhagen, vermacht. Von dem Geschlechte der v. Benninckhoven ist sehr wenig Nachricht vorgekommen. Ich habe gefunden, dass gelebet:

1312 Ludolp v. Bennichhoven

1348 Henrich v. Benninchhoffen

Soweit Dietrich v. Steinen

Ich persönlich fand noch folgendes:

Theodovicus de Holleye und Albert v. Schedelich nahmen im Jahre 1289 zwei Bürger von Soest, Hermann v. Benninchufen und Adolf Todinschufeen welche den Erzbischof von Köln in einer Gesandtschaft begleiteten, gefangen, da sie sich mit 100 Mark lösen mußten. Doch ersetzt Ihnen der Erzbischof den Schaden.

1360 Albrecht van Bennynchoven (Siegelbewahrer de Erzbischofs Friedrich III zu Köln)

1392 Johann van Bennynchoven (Siegelstifter)

1396 Kene van Benninchkoven

1466 Johann Benninghoven (fürstlich-bergischer Rat)

1496 Wilhelm Benninghoven (+1510, Richter in Angermund)

1554 Peter Benninghoven (oo mit Aleid Holtorf im Jahre 1554)

1579 Hans Christoph Benninghoven (*1579 in Oye, oo mit Agnes G. Büning, +1637)

1628 Johannes Benningkhoven (reformierter Prediger in Lintorf)

1670 Peter zu Benninghoven (+14.09.1670 in Mettmann, Ältester, Amtsschöffe zu Mettmann)

1669 Johann Ludwig Benninghoven (Kavalleriehauptmann des Prinzen von Nassau)

1698 Johann Wilhelm Benninghoven (* zu Mettmann)

1705 Engelbert Franz Benninghoven (Prinzenerzieher zweier Söhne aus dem Hause des Grafen von Mansfeld)

1734 Joh. Peter Benninghoven, Leinenweber zu Mettmann.

1741 Gottfried Benninghoven, Gut Diepensiepen (mein Ururgroßvater)

1747 Hermann Adrian Theodor Benninghoven (Bürgermeister)

1763 oder 64? Benjamin Benninghoven (mein Urgroßvater)

1797 Elias Benninghoven (mein Großvater)

1839 Hermann Benninghoven (mein Vater)

1870 Hermann Benninghoven (meine Wenigkeit)

1914 Richard Benninghoven (mein Sohn)

Es gibt nun 3 Möglichkeiten woher wir stammen.

Der letzte Besitzer des Rittergutes Benninghofen, Henrich to Benninkhouve, starb ohne männliche Erben. Sein umfangreicher Landbesitz kam durch Heirat seiner Töchter größtenteils an andere Herren. Haus Benninghofen fiel an die Familie v. Holtey, also scheidet der Henrich to Benninckhouve für unsere Familie aus.

Nun gibt es aber

1.) eine Ortschaft Benninghofen im Kreis Hörde, deren Alter mir unbekannt ist. Es ist nicht ausgelschlossen, dass im Mittelalter Leute aus der Ortschaft Benninghofen ausgewandert sind nach anderen Orten, dass man von diesen Leuten sagte, das ist der Peter, Gottfried oder Johann, mit dem Zusatz v. Benninghofen.

2.) Es ist nicht richtig wie Neidhardt in der Dortmunder Zeitung Nr. 370, 2. Blatt, Sonnabend, den 10. August 1929 schreibt: In keiner der Familien von und zu Benninghofen ist je ein männlicher Erbe erstanden. Henrich to Benninckhouve von 1348 hinterlies zwar keine keine männlichen Erben, aber sein Verwandter Johannis Benninghofen von 1392, der das Siegel von Benninghofen führte, hat sicher männliche Erben hinterlassen, wovon ein Teil der Benninghofen stammen kann, denn vorhandene Nachrichten sprechen

1407 von einem Godert v. Benninghoven

1466 Joh. Benninghoven, fürstlich-bergischer Rat

3.) befinden sich im Kreis Mettmann verschiedene Güter, worauf noch Benninghovener Vettern und Namensvettern hausen, die Abkömmlinge westfälischer Bauerngeschlechter sind, von denen manche schon seit den Tagen Karls des Großen auf ihren Höfen sitzen, einen ausgeprägten Stolz und Familiensinn haben und wovon ich aller Wahrscheinlichkeit nach stamme, denn mein Urgroßvater Benjamin Benninghofen stammte vom Gut Diepensiepen, das seit Jahrhunderten im Besitze der Familie Benninghofen ist.

Wie ich zum Familienforscher wurde? Nur durch Zufall.

Als 17jähriger lernte ich in der Wirtschaft meines Onkels Chr. Jäger in Ratingen einen Bauern kennen, der mir erzählte, daß mein Name schon im 16. Jahrhundert in der Kirchengeschichte von Lintorf zu finden sei, was mich veranlaßte, noch an demselben Tage dem Pastor in Lintorf meine Aufwartung zu machen. Ein kleines unscheinbares Buch, betitelt "Einige gechichtlichen Nachrichten über Lintorf, seine Pfarre und Kirche", welches ich von dem Pastor, dem Verfasser des Werkchens, erwarb, liegt ebenfalls zur Einsicht offen und wird auf Seite 8 als 14. Pfarre Hermann Schwarzhausen 1626 - 1648 angegeben. Er wird 1628 mit Gewalt aus seiner Kirche vertrieben und der reformierte Prediger Johannes Benningkhoven in dieselbe eingesetzt. Vor allem ging es mir, von dem Pasor in Lintorf die alte Kirchenchronik gezeigt zu bekommen, um zu sehen, wie mein Name dort geschrieben war. Nun muß es mir als geborenem Kölner sofort auffallen, daß jedermann aus dem Bergischen sowie aus Westfalen unseren Namen nicht ausspricht wie er geschrieben wird, sondern treu und brav sagt Benningkoven, also hinter dem G ein K, und so stand der Name auch in der Kirchenchronik geschrieben, was natürlich falsch ist.

Nun etwas über die Schreibweise unseres Namens nach H. Jellinghaus, Westfälische Ortsnamen, Seite 50 "-höfen (hoven)".

Von etwa 40 Bauernschaften und alten Gütern, die diesen Ausgang tragen, liegen weitaus die meisten in den Kreisen Hörde, Iserlohn, Dortmund, Bochum und Recklinghausen, so dass bischöflich - kölnischer Einfluss bei dem Gebrauch von -hoven im Gegensatz zu -hof, welches im Namen einzelner Hofstellen überall erscheint, zweifellos ist.

Benninghofen, Dorf Kreis Hörde

Benninchoven, Dortmund, Urkundenbuch 279

Also Benninghofen schrieb sich bis zum 15. Jahrhundert mit F und nachher durch bischöflich - kölnischen Einfluss mit V. Ich bitte der Orientierung halber diejenigen Vettern und Cousinen, die den Namen Benninghofen nach Überlieferung ihrer Vorfahren (nicht nach eigenem Gutdünken) mit F statt V schreiben, sich mit Name, Stand, Geburtsdatum und Wohnort in eine besondere Liste einzutragen, was zum Auseinanderhalten der verschiedenen Stämme dienen könnte.

Und nun einige Auszüge über den in der
Dortmunder Zeitung erschienen Artikel über Rittergut Benninghofen und über Benninghofen.

RITTERGUT BENNINGHOFEN

Nur ein kleiner Rest des früheren Rittersitzes zeugt von entschwundener Herrlichkeit. Es ist das Torhaus, seit langer Zeit zu Wohnungen umgestaltet. Noch sind die zugemauerten Torbogen kenntlich, durch die in der Glanzzeit des Rittertums vielleicht die Turnierkämpfer in prächtigen Rüstungen, mit wappengeschmückten Schilden und Federbusch-wallenden Helmen zum fröhlichen Kampf einritten in den weiten Burghof, von der Altane des schönen Herrenhauses durch Tücher und Händewinken freudig begrüßt von dem ritterlichen Burgherrren und seinen Frauen. Auch später hat Haus Benninghofen noch glänzende Fest erlebt und Angehörige der bedeutensten Familien des märkischen Adels in seinen Räumen beherbergt, aber "seine Mauern sind zerfallen" und auf der Stätte des einstigen Herrenhauses reckt noch ein sehr prächtiger alter Baum seine riesigen Äste in ungebundener Freiheit, als wollte er die horchende Nachwelt mahnen an die Pietät, die man Denkmalen vergangener Jahrhunderte schuldig ist, - Wie alle Rittersitze, so war auch Haus Benninghfoen mit einer breiten Gräfte eingefaßt, deren Wasser, ein tief liegender Graben, zum Marksbach führte. Wann es erbaut ist, läßt sich nicht feststellen. Vor 1243 gehörte es zur sogenannten "Krummen Grafschaft", die ein Gerichtsbezirk der Limburger Grafen war.

Später finden wir Benninghofen im Besitze des Ritters "Sluc von Jesece" (Jeseke), der sich "Herr von Benninghofen" nannte. Nach der Sage soll schon 1324 ein Ludolf von Benninghofen unter seinem Lehnsherren, dem Grafen Engelbert II. von der Mark, nach der Schlacht bei Mühldorf an der Zerstörung der Burg Vollmarstein geholfen haben und dort im Kampf gefallen sein.

Auf Ludwolf von Benninghofen folgte wie schon gesagt "Henrich to Benninckhouve". Nach denen von Benninghofen waren die Holteys, nach diesen die Vietinghoffs, nach diesen das Geschlecht derer von Altenbockum im Besitze des Hauses. Danach kamen (1694) die Neuhoffs, genannt Ley, nach denen die von Schütz, danach die von Hauss, und schließlich (1822) der Landwirt Steffen, bis endlich das Gut zerfiel und aufgeteilt wurde. 1822 habe noch 41 Morgen Land dazu gehört.

Ein tragisches Geschick hat über dem Haus Benninghofen gewaltet. In keiner der Familien derer von und zu Benninghofen ist je ein männlicher Erbe erstanden (dem ich in meinen vorhergehenden Ausführungen schon widersprochen habe).

So spann die Sage ein Netz grauer Fäden um Stein und Gebälk, und wer herunter zum Marksbach geht, der einst die Gräfte des Hauses speiste, der wird sein melancholisches Rauschen zu Worten deuten, die von düsteren Geschehnissen aus längst vergangener Zeit also berichten:

Mönche und Schreiber verzeichneten zuunterst auf ihren Pergamenten die Jahreszahl 1324, als Graf Engelbert II. von der Mark, ein streitlustiger Herr, seine Getreuen wieder einmal zum Kampfe rief. Einer der ersten, die folgten, war Ludolf von Benninghofen. Sein kleiner Bub Henrick sah dem davon reitenden Vater nach. Er sollte ihn nicht wiedersehen. Ein Tag der Schlacht kam, heiß ging es her, bei Mühldorf. Übermütig wurden die Sieger. Sie zogen zur Burg Vollmarstein, sie zu zerstören, was auch geschah. Selbst die Frauen wurden dabei nicht geschont, ja nicht einmal die noch Ungeborenen, und es war der Ritter Ludolf von Benninghofen, der sich dabei hervortat. Nach dem grausamen Morden klagte am zerstörten Brunnen eine zu Tode verwundete junge Mutter um das Leben des Kindes, das sie trug, und um ihr eigenes Dasein, das am erlöschen war, wie die Flammen in den rauchenden Trümmern. Ein Rabe hörte das Jammergeschrei. Er blieb hocken, bis es verstummte, dann flog er fort. Einer seiner Flügel streifte den Helm Ludolf von Benninghofens, und noch ehe der Abend kam, war dessen Träger ein toter Mann. Der Rabe ruhte nicht. Bald brach sich sein düsteres heiseres Gekrächze an den Mauern von Benninghofen, bald klang das Rauschen der Linden im Hof und das Klatschen der kleinen Wellen des Burggrabens und das Gemurmel des Marksbaches wie die Klage jener jungen sterbenden Mutter auf der Burg Vollmarstein.

Das Glück wich aus den Räumen des Burghauses. Es sind seither mehr Menschen in ihnen gestorben als Kinder in ihnen das Licht der Welt erblickten und endlich zerfielen sie trotz meterdicker Mauern. Die Grabdenkmäler in Wellinghoven reden davon. Die Zeit ging weiter. Der Fluch ist gewichen. Um das, was noch vom Hause Benninghofen steht, spielen Buben und Mädchen, schauen dem surrenden Vogel nach, der hoch über ihnen Dortmund-Wambel zufliegt, und denken an keine brennende Burg, an keine sterbende Mutter, und nicht an Rabenfluch und an die alten Zeiten.

Wir vom Hause Benninghoven, die hier in einer Anzahl von ca. 350 Personen erschienen sind, wollen uns zu einem mächtigen Familienverband zusammentun, mit dem Zweck "Förderung und Pflege der Familienbeziehungen, durch engeren Zusammenschluß der lebenden Mitglieder, durch Feststellung der Familiengeschichte, insbesondere durch Anlegung einer Ahnentafel durch schriftliche Übermittlung der Ergebnisse der Familienforschung an die einzelnen Mitglieder, sowie durch Pflege und Erhaltung der Familien-Denkmäler".

Dem Geschlecht der Benninghoven gilt mein lebhafter Wunsch "Vivant Crescant in Aeternum".

(
Soweit der Brief des Hermann Benninghofen von 1929)

Letzteres übersetze ich als Nicht-Lateiner mal mit: "Lebet zahlreich in Ewigkeit." Ein netter Wunsch.

Nachtrag:

Mittlerweile habe ich sogar ein Foto vom Sippentreffen auftreiben können, sowie ein weiteres Familienwappen, daß beim Familientreffen vorgelegen haben muß.


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